Liveticker Ukraine-Krieg – Medienbericht: Rund 80.000 fahnenflüchtige Ukrainer seit Anfang 2026

10.05.2026 13:03 Uhr
13:03 Uhr
Russland meldet 16.071 Verstöße gegen Waffenruhe durch Ukraine

Archivbild: Ein ukrainischer Armeeangehöriger trägt ein 155-Millimeter-Geschoss, 14. Juni 2025Oleg Petrasiuk / AP Russlands Verteidigungsministerium teilt am Sonntag mit, dass das russische Militär ab Mitternacht des 8. Mai an allen Frontabschnitten der militärischen Sonderoperation in der Ukraine den von Präsident Wladimir Putin verkündeten Waffenstillstand strikt befolge und auf den zuvor eingenommenen Positionen bleibe. Gleichzeitig wirft die Behörde in Moskau den ukrainischen Streitkräften zahlreiche Verletzungen der Waffenruhe vor. Der Gegner habe demnach Artillerie und Drohnen gegen russische Stellungen eingesetzt und Drohnenangriffe gegen zivile Infrastrukturobjekte in der Teilrepublik Krim, in den Gebieten Belgorod, Kursk, Kaluga und Rostow sowie in der Region Krasnodar geflogen.
"In den zurückliegenden 24 Stunden nahmen die Streitkräfte der Ukraine 676-mal mit Artilleriegeschützen, Mehrfachraketenwerfern, Mörsern und Kampfpanzern Stellungen unserer Streitkräfte unter Beschuss. Es gab darüber hinaus 6.331 Drohnenangriffe. Ukrainische Truppen unternahmen zudem acht Offensiven auf Stellungen russischer Einheiten. Insgesamt wurden in der Zone der militärischen Sonderoperation 16.071 Verstöße gegen die Waffenruhe registriert."
Unter diesen Umständen habe das russische Militär auf die Verstöße gegen die Waffenruhe reagiert und gegnerische Mehrfachraketenwerfer, Artilleriegeschütze und Mörser angegriffen. Auch Drohnenstützpunkte seien getroffen worden. Die russische Luftabwehr habe in den zurückliegenden 24 Stunden 57 unbemannte Luftfahrzeuge abgefangen, heißt es.
12:37 Uhr
Estland stellt Forderung an die Ukraine wegen Einflügen von Drohnen
Estland erwartet von der Ukraine eine strengere Kontrolle ihrer Drohnen, die zunehmend in den estnischen Luftraum eindringen. Dies erklärte Verteidigungsminister Hanno Pevkur, dessen Worte von ERR zitiert werden:
"Für die ukrainische Seite ist der einfachste Weg, ihre Drohnen von unserem Hoheitsgebiet fernzuhalten, eine effektivere Kontrolle über ihre Aktivitäten."
Wie in dem Artikel erwähnt wird, erwäge die Ukraine aufgrund solcher Vorfälle die Entsendung von "Sicherheitsexperten" in die baltischen Staaten. So habe Kiew bereits Kontakt zur estnischen Botschaft aufgenommen, heißt es in dem Text. Dabei betonte Verteidigungsminister Pevkur, dass alles, was geschehe, "einer Klärung und Erklärung bedarf".
12:04 Uhr
Drei Bundesländer wollen von Finnland Bevölkerungsschutz lernen
Regierungsvertreter aus Niedersachsen, Thüringen und Bremen wollen sich in Finnland über den Bevölkerungsschutz informieren. Als Grund werden angebliche Bedrohungen aus Russland genannt. An diesem Sonntag treten Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens, ihr thüringischer Amtskollege Georg Maier und Bremens Innensenatorin Eva Högl dazu eine viertägige Reise an.
Die Deutsche Presse-Agentur zitiert die SPD-Politikerin Behrens mit den Worten:
"Die Finnen verfügen schon aufgrund ihrer unmittelbaren Nachbarschaft zu Russland über vielfältige Erfahrungen im Umgang mit Bedrohungen, denen wir uns auch in Deutschland und in Niedersachsen immer stärker ausgesetzt sehen."
Sie sei sich sicher, dass sie und ihre Parteikollegen Maier und Högl von dieser Reise wertvolle Impulse für ihr sicherheitspolitisches Handeln mitnehmen würden, so Behrens.
Zu diesem Zweck wollen die Landespolitiker sich mit Vertretern der finnischen Sicherheitsbehörden austauschen, etwa über den Schutz der kritischen Infrastruktur, Cybersicherheit und Drohnenabwehr. Außerdem werden sie eine Zivilschutzanlage besichtigen.
Erst vor wenigen Tagen hat sich auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Finnland über den dortigen Zivilschutz informiert. Gemeinsam mit Präsident Alexander Stubb besuchte er die Zivilschutzanlage Merihaka in Helsinki – ein riesiger Bunker, der bis zu 6.000 Menschen Schutz bietet.
11:39 Uhr
Acht Verletzte bei ukrainischen Angriffen auf 14 Ortschaften im Gebiet Belgorod
Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow veröffentlicht jeden Tag auf Telegram Statistiken über ukrainische Angriffe auf Siedlungen im russischen Grenzgebiet Belgorod. Aus dem heutigen Eintrag geht hervor, dass das ukrainische Militär in den vergangenen 24 Stunden trotz der von Russland verkündeten Waffenruhe 14 Ortschaften in fünf Bezirken angegriffen habe.
In der Statistik berichtet der Politiker über Opfer unter der Zivilbevölkerung. In der Siedlung Rasumnoje seien sechs Menschen, darunter ein Kind und drei Mitarbeiter des Rettungsdienstes, verletzt worden, als eine ukrainische Drohne ein Geschäft attackiert habe. Eine weitere Frau habe Verletzungen erlitten, als eine ukrainische Drohne eine Haltestelle an der Autostraße Belgorod – Komsomolski angegriffen habe. In der Stadt Schebekino sei ein Angehöriger der Drohnenabwehr-Einheit Orlan zu Schaden gekommen.
Gladkow meldet zudem viele Sachschäden. Demnach seien in den vergangenen 24 Stunden zwei Mehrfamilienhäuser, zehn Einfamilienhäuser, drei Geschäfte, ein Verwaltungsgebäude, eine Bushaltestelle und 36 Autos zerstört oder beschädigt worden.
11:06 Uhr
Feuerwehr kämpft weiter gegen Brand in Tschernobyl-Sperrzone
Hunderte Feuerwehrleute haben am Samstag weiter gegen einen Waldbrand in der radioaktiv belasteten Sperrzone um das ehemalige Atomkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine angekämpft. Das nach ukrainischen Angaben durch zwei russische Drohnen am Donnerstag ausgelöste Feuer erfasste inzwischen mehr als 1.200 Hektar. Insgesamt waren 374 Personen an den Löscharbeiten beteiligt.
Der ukrainische Zivilschutz teilte auf der Plattform X mit, die Lage sei vollständig unter Kontrolle.
#Київщина: у Зоні відчуження триває ліквідація масштабної лісової пожежіЧерез сильні пориви вітру вогонь стрімко поширюється територією, охоплюючи нові квартали лісового масиву. Орієнтовна площа пожежі вже становить понад 1100 га.Роботи тривають. pic.twitter.com/YsHTHFcywE
— DSNS.GOV.UA (@SESU_UA) May 8, 2026Die Agentur Ukrinform berichtete unterdessen, dass von dem Brand keine radioaktive Gefahr ausgehe.
10:34 Uhr
Medienbericht: Rund 80.000 fahnenflüchtige Ukrainer seit Anfang 2026

SymbolbildIryna Rybakova / AP Die russische Zeitung Komsomolskaja Prawda stellt einen akuten Personalmangel in den ukrainischen Streitkräften fest und kommt zum Schluss, dass bis zu 80.000 ukrainische Soldaten seit Anfang dieses Jahres eigenmächtig die Truppe verlassen haben könnten. In seinen Hochrechnungen stützt sich das Blatt auf die ukrainischen Sicherheitsbehörden, Parlamentarier und örtliche Medien. Demnach könnte die Gesamtzahl der fahnenflüchtigen Ukrainer seit dem Ausbruch des Krieges mehr als 250.000 betragen.
Bis Oktober 2025 hatte die Staatsanwaltschaft der Ukraine jeden Monat Statistiken zu fahnenflüchtigen Armeeangehörigen veröffentlicht. Später hörte die Behörde aber mit dieser Praxis auf, indem sie als Grund für diese Entscheidung auf Fragen der nationalen Sicherheit verwies. Den Daten zufolge verließen 17.000 bis 18.000 Soldaten monatlich den Wehrdienst. Im Oktober 2025 brach dieser Kennwert die 20.000-Marke.
Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Kiew betrug die Gesamtzahl der Fahnenflüchtigen Stand Mitte Januar 2026 ungefähr 200.000. Dabei kehrten nur 3.000 bis 4.000 Mann monatlich zum Wehrdienst zurück. Rechnet man die neuen Fälle hinzu, müsste die Gesamtzahl der fahnenflüchtigen Ukrainer jetzt zwischen 250.000 und 270.000 liegen.
Einigen Parlamentariern und Militärs zufolge soll die Desertionsquote seitdem auf dem gleichen Niveau geblieben oder aber inzwischen gestiegen sein.
10:00 Uhr
Merz: "Es steht außer Frage, dass Russland eine unmittelbare Bedrohung für uns darstellt"

Am Samstag war Friedrich Merz als CDU-Parteichef beim Parteitag der schwedischen Konservativen von Ministerpräsident Ulf Kristersson zu Gast. In seiner Ansprache warnte er vor einer "unmittelbaren Bedrohung" durch Russland. Zugleich positionierte er Deutschland als "Anker der Stabilität" und betonte das Ziel, die Bundeswehr zur "stärksten konventionellen Armee Europas" zu machen.
Das Video gibt es hier auf unserer Website zu sehen.
09:31 Uhr
Beschuss auf Siedlungen im Gebiet Cherson: 40 Geschosse aus Ukraine abgefeuert
Die Behörden im von Russland kontrollierten Teil des Gebiets Cherson melden andauernde Angriffe auf Siedlungen am linken Dnjepr-Ufer. Den Angaben zufolge habe die ukrainische Artillerie im Laufe des 9. Mai 18 Geschosse auf fünf Ortschaften abgefeuert. Die Zahl der eingeschlagenen Geschosse listen die Behörden wie folgt auf:
- Aljoschki — 4,
- Welikaja Lepeticha — 4,
- Dnjeprjany — 3,
- Zarskoje — 2,
- Nowaja Kachowka — 5.
Wie die Behörden weiter mitteilen, habe der Beschuss auch in der Nacht zum Sonntag angedauert. Auf zivile Infrastrukturen der von Russland kontrollierten Ortschaften Welikaja Lepeticha, Nowaja Kachowka, Kachowka, Proletarka und Dnjeprjany seien insgesamt 22 Geschosse abgefeuert worden.
Berichte über Opfer und Schäden liegen bislang nicht vor.
09:07 Uhr
EU-Ratspräsident Costa: EU wird mit Russland reden müssen
EU-Ratspräsident António Costa hat am Europatag die grundsätzliche Offenheit der EU für Gespräche mit Russland bekräftigt. In Brüssel sagte er, man sei bereit, sich an Friedensverhandlungen zu beteiligen, um einen gerechten und dauerhaften Frieden in der Ukraine zu erreichen. Im richtigen Moment werde man natürlich Gespräche mit Russland führen müssen, um gemeinsame Sicherheitsfragen zu besprechen.
Zugleich machte Costa deutlich, dass es keine Alleingänge der EU geben soll. Man wolle die Friedensinitiative von US-Präsident Donald Trump nicht stören, betonte er.
Kurz vor dem Auftritt in Brüssel hatte Costa am Samstagvormittag mit dem ukrainischen Präsidenten Wladimir Selenskij telefoniert. In sozialen Netzwerken schrieb Costa zu dem Austausch:
"Die Zukunft der Ukraine liegt in der Europäischen Union. Wir freuen uns darauf, die nächsten Schritte in ihrem Beitrittsprozess so bald wie möglich zu gehen."
08:35 Uhr
Schäden durch ukrainische Artillerie- und Drohnenangriffe auf Grenzgebiet Kursk
Die ukrainischen Streitkräfte setzen trotz der von Russland verkündeten dreitägigen Waffenruhe ihre Attacken auf das russische Grenzgebiet Kursk fort. Gouverneur Alexander Chinschtein berichtet in der täglichen Statistik auf der Plattform MAX über Artillerie- und Drohnenangriffe auf die Region. Wie der Politiker mitteilt, seien im Zeitraum von 8 Uhr MESZ am 9. Mai bis 8 Uhr MESZ am 10. Mai 98 ukrainische Drohnen abgeschossen worden. Zudem habe die gegnerische Artillerie in dieser Zeit 102-mal grenznahe evakuierte Ortschaften unter Beschuss genommen. Es habe darüber hinaus 18 Angriffe gegeben, bei denen unbemannte Luftfahrzeuge Sprengsätze auf Objekte im Gebiet Kursk abgelassen hätten.
Chinschtein meldet keine Opfer unter der Zivilbevölkerung. Der Politiker berichtet aber über Schäden in den Siedlungen Durowo, Krupez und Rschweka. Dort seien insgesamt zwei Wohnhäuser und ein Getreidespeicher beschädigt worden.
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Am 24. Februar kündigte der russische Präsident Wladimir Putin an, gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine militärische Spezialoperation in der Ukraine zu starten, um die dortige Bevölkerung zu schützen. Die Ziele seien, die Ukraine zu entmilitarisieren und zu entnazifizieren. Die Ukraine spricht von einem Angriffskrieg. Noch am selben Tag rief der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij im ganzen Land den Kriegszustand aus.
Der Westen verurteilte den Angriff, reagierte mit neuen Waffenlieferungen, versprach Hilfe beim Wiederaufbau und verhängte Sanktionen gegen Russland.
Auf beiden Seiten des Konfliktes sind zahlreiche Soldaten und Zivilisten getötet worden. Moskau und Kiew haben sich gegenseitig verschiedener Kriegsverbrechen beschuldigt. Tausende Ukrainer sind mittlerweile aus ihrer Heimat geflohen.


