Wirtschaft

Brasilien und Türkei warten auf jeweils 300.000 Barrel Diesel aus Russland

Anfang Oktober hat Russland sein Exportverbot für Diesel teilweise aufgehoben. Der Schritt trägt erste Früchte: Zwei Tanker sind bereits mit je 300.000 Barrel Kraftstoff in die Türkei und nach Brasilien unterwegs. Die Schiffe fahren unter den Flaggen Sierra Leones und Palaus.
Brasilien und Türkei warten auf jeweils 300.000 Barrel Diesel aus RusslandQuelle: TASS © PJOTR KOWALJOW

Russland nimmt nach der befristeten Aussetzung der US-Sanktionen gegen seinen Diesel und der teilweisen Aussetzung seines eigenen Exportverbots allmählich die Lieferungen von Kraftstoff an seine traditionellen Abnehmer wieder auf. Unter Berufung auf Daten des britischen Anbieters von Finanzmarktdaten LSEG und der belgischen Analysefirma Kpler berichtet die Nachrichtenagentur Reuters, dass zwei Tankschiffe mit jeweils 300.000 Barrel Diesel schon in die Türkei und nach Brasilien unterwegs sind.

Demnach handelt es sich um die Schiffe "Dolunay" und "Leruo", die am 14. beziehungsweise 16. Oktober vom Hafen Primorsk an der Ostsee abgelegt haben. Die unter Palaus Flagge fahrende "Dolunay" soll die Dieselladung nach Alanya an der türkischen Riviera bringen, während die unter Sierra Leones Flagge fahrende "Leruo" Manaus im Amazonas-Gebiet ansteuert.

Aus Daten des Unternehmens Kpler geht außerdem hervor, dass die Türkei seit Anfang dieses Jahres mit 34 Prozent der gesamten russischen Diesellieferungen der größte Abnehmer des eurasischen Landes ist, gefolgt von Brasilien mit 24 Prozent und Marokko mit zehn Prozent.

Russland hatte zuvor den Export von Diesel verboten, nachdem ukrainische Drohnenangriffe gegen Raffinerien in verschiedenen Städten zeitweise für Engpässe auf dem heimischen Markt gesorgt hatten. Die Maßnahme sollte den eigenen Markt sättigen.

Am 9. Oktober schlossen US-Präsident Donald Trump und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin jedoch den sogenannten Diesel-Deal, wonach Russland sich bereit zeigte, umgehend 300.000 Tonnen Diesel und in den nächsten Monaten weitere 1,5 Millionen Tonnen Kraftstoff für den internationalen Markt bereitzustellen.

Das US-Finanzministerium setzte gleich nach dem Gespräch zwischen Trump und Putin seine Sanktionen gegen Diesel aus Russland bis zum 7. April 2027 aus. Die Regierung in Moskau ihrerseits hob das Exportverbot teilweise auf, um zunächst 500.000 Tonnen auf den Weltmarkt zu bringen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur TASS wurden die russischen Ölkonzerne angewiesen, zur Umsetzung des Beschlusses "unverzüglich damit zu beginnen, Verträge über die Lieferung von Dieselkraftstoff mit ausländischen Vertragspartnern abzuschließen".

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