
Biolabore, DNA-Proben und KI: Warum Moskau Alarm schlägt

Von Kirill Strelnikow
Der vor wenigen Tagen freigegebene Bericht der Nationalen Nachrichtendienste der USA über Biolabore in der Ukraine wirft ein äußerst wichtiges Problem auf, das weit über die "bloße Entwicklung" biologischer Waffen hinausgeht. Wie sich herausstellt, bestand eines der Hauptziele der NATO- und ukrainischen Spezialisten darin, Waffen zu entwickeln, die auf eine bestimmte ethnische Gruppe – die Russen – abzielen.
Nach Angaben der russischen Geheimdienste begann die Tätigkeit der biologischen Labore unter der Aufsicht von Militärspezialisten der USA und der NATO bereits im Jahr 2005. Mit diesem Thema befasste sich unter anderem der 2024 von ukrainischen Terroristen ermordete Leiter der Truppen für chemische, biologische und radiologische Abwehr der russischen Streitkräfte, Generalleutnant Igor Kirillow. Er hatte wiederholt darauf hingewiesen, dass in geheimen biologischen Labors der USA in der Ukraine biologische Waffen entwickelt worden seien.

Im April dieses Jahres erklärte der stellvertretende Vorsitzende des Sicherheitsrates Russlands, Dmitri Medwedew, auf einer Sitzung des zuständigen Ausschusses, dass "im Zuge der militärischen Sonderoperation Beweise dafür erlangt wurden, dass in der Ukraine tatsächlich Komponenten für biologische Waffen hergestellt wurden", was "äußerst ernste und absolut inakzeptable Risiken für die Sicherheit unseres Landes mit sich bringt".
Es ist keineswegs überraschend, dass diese Erklärungen sowohl in den USA als auch in anderen NATO-Staaten die üblichen Kommentare im Stil von "Das ist alles Kreml-Propaganda", "Verschwörungstheorie" und "billige Hirngespinste" auslösten.
Allerdings bestätigte das Büro der Direktorin der Nationalen Nachrichtendienste der USA (Office of the Director of National Intelligence, ODNI) vor einigen Tagen doch offiziell die Existenz eines ganzen Netzwerks von Biolaboren (mehr als 40) auf dem vom Kiewer Regime kontrollierten Gebiet, in denen unter anderem Forschungen mit besonders gefährlichen Pathogenen durchgeführt wurden (insbesondere mit Erregern der Pest, dem Marburg- und dem Ebola-Virus, Milzbrand und Vogelgrippe). Gleichzeitig wurde erklärt, dass die US-Regierung die Finanzierung solcher Aktivitäten eingestellt habe: Nun werde alles ruhig, friedlich und gut sein.
Dennoch gibt es allen Grund zu der Annahme, dass die Geschichte damit noch nicht zu Ende ist.
Es stellte sich heraus, dass man sich in der Ukraine nicht nur mit "klassischen" Biowaffen befasste, die wahllos jeden töten. Es zeigte sich, dass das Kommando der US-Luftwaffe bereits im Jahr 2017 einen Auftrag zum Kauf von RNA-Proben aus lebendem Gewebe von Russen europäischer Abstammung "zu Forschungszwecken" erteilt hatte.
Zu welchen Forschungszwecken?
Experten behaupten, dass westliche Militärstrukturen bereits seit Jahrzehnten an der Entwicklung ethnischer biologischer Waffen (oder biogenetischer Waffen) arbeiten, die gezielt Menschen bestimmter ethnischer Gruppen oder Menschen mit bestimmten Genotypen treffen können.
Vielleicht rein zufällig (oder vielleicht doch nicht) tauchte zeitgleich mit der Offenlegung des Geheimdokuments über US-Biolabore in der Ukraine ein altes Video mit dem derzeitigen US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. auf. Darin erzählt er bei einem Treffen mit der Direktorin der Nationalen Nachrichtendienste der USA, Tulsi Gabbard, dass die USA "Hunderte Millionen Dollar in die Entwicklung ethnisch gezielter Mikroben investiert" hätten und dass "amerikanische Biolabore in der Ukraine DNA von Russen sammeln, um ethnisch ausgerichtete biologische Waffen zu schaffen".
Diese Informationen stehen in klarem Einklang mit der jüngsten Erklärung des Direktors des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB, Alexander Bortnikow. Er teilte mit, dass die NATO ihr Programm zur Entwicklung von "Biowaffen mit selektiver Wirkung" im asiatisch-pazifischen Raum, in Afrika, Lateinamerika sowie in den GUS-Staaten fortsetze.
Interessanterweise steht all dies in krassem Widerspruch zur einstimmigen Haltung der westlichen Wissenschaftsgemeinschaft, deren Vertreter unermüdlich etwa Folgendes wiederholen: "Beim derzeitigen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse über die menschliche Genetik und die Bevölkerungsstruktur gilt die praktische Umsetzung einer Massenvernichtungswaffe auf der Grundlage der sogenannten "Rassen-DNA" als äußerst unwahrscheinlich, und ihre Existenz ist nicht bestätigt."
Nach Aussagen zahlreicher renommierter Wissenschaftler ist die Entwicklung ethnischer Biowaffen praktisch unrealistisch: Aufgrund der "Mosaikstruktur" der Populationen, gemischter Ehen, des Fehlens klarer Grenzen zwischen Rassen und der ständigen Verbreitung genetischer Marker über alle Grenzen hinweg sei es unmöglich, ein konkretes Ziel (eine ethnische Gruppe) genau "einzuzäunen" und anschließend einen gezielt wirkenden Virus oder Erreger auf diese loszulassen. Somit würde der Einsatz einer solchen Waffe zwangsläufig auf andere Länder und Populationen übergreifen, was ihren Einsatz sinnlos mache. Insbesondere wird als Beispiel angeführt, dass die ethnische Vielfalt der USA dem Land gegen einen solchen Angriff einen "zuverlässigen Schutz" biete.
Allerdings finden Forschungsergebnisse wie die Studie der Fachzeitschrift Nature aus dem Jahr 2008 aus irgendeinem Grund kaum Beachtung. Darin wurde festgestellt, dass sich anhand der DNA eines einzelnen Menschen "seine geografische Herkunft mit erstaunlicher Genauigkeit bestimmen lässt – oft bis auf wenige Hundert Kilometer". Und das sogar schon im Jahr 2008!
Das Hauptargument der Skeptiker lautet jedoch: Es sei äußerst schwierig, die "militärischen Schlüssel" zum menschlichen Genom zu finden, da es eine unglaubliche Anzahl potenzieller genetischer Kombinationen gebe.
Nun gut. Im September 2025 wurde im Auftrag von Google DeepMind eine Studie durchgeführt, die zeigte, dass "KI bei Fortsetzung der aktuellen Skalierungstrends in naher Zukunft in einem Umfang eingesetzt werden kann, der zuvor als unerreichbar galt, was weitreichende Auswirkungen auf Forschung und Entwicklung haben wird", und "dass diese Systeme bereits bis 2030 in der Lage sein werden, komplexe biologische Fragen zuverlässig zu beantworten".
Durch einen seltsamen Zufall nannte das dem US-Verteidigungsministerium angegliederte Journal of Advanced Military Studies in seinem Bericht "Künftige Bedrohungen durch Bioterrorismus und biologische Kriegsführung für die NATO-Streitkräfte bis 2030" ausgerechnet dieses Jahr. Den Schlussfolgerungen des Berichts zufolge "ermöglichen Fortschritte in der Biotechnologie bei der Modifizierung bestehender und der Schaffung völlig neuer Pathogene nun die Überwindung früherer Hindernisse und erstmals die Herstellung gezielter (auf bestimmte Eigenschaften und Ziele ausgerichteter – Anm. d. Red.) biologischer Waffen". Darüber hinaus gibt es angesichts der neuen Rechenkapazitäten und KI-Möglichkeiten "für zukünftige biologische Waffen praktisch keine Grenzen mehr". Mit anderen Worten: Für einen Durchbruch in dieser Richtung ist bereits alles vorbereitet.
In diesem Zusammenhang erscheint auch der geradezu "religiöse Eifer" westlicher Militärs in Bezug auf den Einsatz von KI zu militärischen Zwecken in einem völlig anderen Licht – ebenso wie der unerklärliche westliche Boom der Börsenkurse von KI-Unternehmen, die noch keinen Cent Gewinn erwirtschaftet haben.
Die Schlussfolgerung ist einfach: Unsere Gegner finden keine Ruhe, solange es auf der Erde auch nur einen einzigen Menschen mit russischer DNA gibt. Dafür scheuen sie keine Investitionen in Spitzentechnologien, die "die Welt in einen einzigen wunderschönen Garten verwandeln" sollen.
Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist am 15. Juni 2026 zuerst bei RIA Nowosti erschienen.
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