International

UNO: Iranische Delegation darf nach New York – aber dort keine Teppiche kaufen

Vom 18. bis 28. September findet im Rahmen der UN-Vollversammlung die Woche der Staats- und Regierungschefs statt. Zu dieser Zeit reisen traditionell die größten Delegationen an. Und die USA nutzen ihren Status als Gastgeber für ein paar kleine Bosheiten.
UNO: Iranische Delegation darf nach New York – aber dort keine Teppiche kaufen© Urheberrechtlich geschützt

Bei den anstehenden Treffen der Staats- und Regierungschefs im Rahmen der UN-Vollversammlung hat die US-Regierung zwar der iranischen Delegation in reduzierter Form die Einreise erlaubt, aber eine Reihe von Beschränkungen auferlegt – vor allem, was Einkäufe betrifft. Damit wird sie dennoch noch ein wenig besser behandelt als die palästinensischen Vertreter, denen wie im Vorjahr bis auf den offiziellen UN-Botschafter mit Beobachterstatus die Einreise verweigert wird.

Die USA berufen sich darauf, dass sie als Gastgeber der Vereinten Nationen den Delegierten zwar grundsätzlich den Zugang zum UN-Sitz in New York ermöglichen müssen, aber Einschränkungen verhängen dürften. Im Verlauf der vergangenen Jahrzehnte wurde unter Berufung auf Anti-Terror-Gesetze immer öfter von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. Der prominenteste Fall war die Verweigerung eines Visums für Yassir Arafat, der 1988 vor der UN-Vollversammlung sprechen sollte, aber nicht ins Land gelassen wurde. Daraufhin verlegte die Vollversammlung ihre Tagung an den zweiten UN-Sitz nach Genf.

Die Berliner Zeitung veröffentlichte die Details zu dem Shopping-Verbot für die Iraner: Sie dürfen unter anderem keine "Uhren, Schuhe, Lederwaren, Handtaschen, Kosmetik, Parfüm, Kunst, Teppiche, Schmuck, Elektronik und Musikinstrumente kaufen, sofern ein einzelner Gegenstand vor Steuern mehr als 1.000 US-Dollar kostet". Bei Kosmetik und Parfüm dürfte das schwerfallen. Aber mit einem Gegenstand auf der Liste beweist die US-Regierung besonderen Humor: Teppiche nach Iran bringen, das ist wie Eulen nach Athen tragen. Erstaunlich ist allerdings eine Begrenzung bei Fahrzeugen: Autos dürfen sie kaufen, sofern sie nicht mehr als 60.000 US-Dollar kosten. Sollten sie dennoch etwas erwerben wollen, das auf der Liste steht, müssten sie eine Genehmigung des US‑Außenministeriums einholen …

Außerdem dürfen sich die Mitglieder der Delegation nur eingeschränkt bewegen, und zwar "in den Gebieten, die unbedingt erforderlich sind, um zum UN-Hauptquartier zu kommen, um ihre offiziellen Aufgaben bei der UN zu erledigen." Die Begründung dafür? "Die Sicherheit von Amerikanern hat für uns stets höchste Bedeutung, und die Vereinigten Staaten werden es dem iranischen Regime nicht erlauben, die UN-Vollversammlung als Entschuldigung zu nutzen, um frei durch New York zu reisen, um seine terroristischen Ziele zu fördern", so die Erklärung vom vergangenen Jahr, die erneut bekräftigt wurde. Die Delegationsmitglieder sollten diplomatische Reisen in die USA auch nicht ausnutzen können, um "Gegenstände zu erlangen, die für die iranische Öffentlichkeit nicht zu bekommen sind". Teppiche, beispielsweise.

Mehr zum Thema — Iran: Atomvertreter darf nicht zur IAEA-Konferenz nach Wien einreisen

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.