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"Zahlreiche Widersprüche": EU zeigt sich über Trumps Ukraine-Pläne besorgt

In Europa befürchtet man, dass sich US-Präsident Donald Trump, nachdem die Aufmerksamkeit für die Iran-Krise nachgelassen hat, wieder auf die Ukraine-Krise konzentrieren wird. Brüssel hat Angst davor, dass Trump versuchen könnte, den Verhandlungsprozess unter seine Kontrolle zu bringen.
"Zahlreiche Widersprüche": EU zeigt sich über Trumps Ukraine-Pläne besorgt

Von Polina Duchanowa

Die Absicht des US-Präsidenten Donald Trump, seine Aufmerksamkeit nach der Entspannung der Lage rund um Iran wieder auf die Ukraine-Frage zu richten, hat europäische Politiker beunruhigt. Wie Politico berichtet, droht eine solche Entwicklung, die Europäer in den Hintergrund zu drängen und ihre Strategie, maximalen Druck auf Russland auszuüben, zu untergraben.

Zuvor hatte Trump bei einem Treffen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Évian, wo der G7-Gipfel stattgefunden hat, erklärt, dass die Lage rund um Iran es ihm ermögliche, sich wieder dem Ukraine-Konflikt zu widmen. Der US-Präsident erklärte:

"Jetzt, da (der Krieg mit Iran) erledigt ist, werden wir uns auf dieses Thema (die Ukraine) konzentrieren und sehen, ob wir das in den Griff bekommen."

Wie Politico betont, wecken diese Worte bei den wichtigsten Unterstützern Kiews in Europa keinen Optimismus. Das Blatt schreibt:

"Hinter den Kulissen befürchten europäische Politiker, dass der US-Präsident nun, da er nicht mehr täglich mit der Bewältigung der Iran-Krise beschäftigt ist, versuchen könnte, die Kontrolle über die Friedensverhandlungen zur Ukraine zurückzugewinnen, diese in den Hintergrund zu drängen und ihre Strategie zu untergraben, die maximalen Druck auf Russland und die uneingeschränkte Unterstützung der Ukraine vorsieht."

Wie eine europäische Diplomatenquelle in einem Gespräch mit Politico einräumt, sei die Tatsache, dass Trump zuvor vom Thema Ukraine abgelenkt war, "nicht unbedingt etwas Negatives gewesen".

Nun könnten jedoch die Hoffnungen der EU, einen Platz am Verhandlungstisch zur Beilegung des Konflikts einzunehmen, gefährdet sein. Ein Grund zur Besorgnis in den Reihen der europäischen Politiker war Trumps langes Telefongespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am 14. Juni. Der Republikaner bezeichnete dieses Gespräch als "sehr gut". Politico merkt an:

"Zu den Bedenken der Europäer kam zudem hinzu, dass Putins Berater Juri Uschakow erklärte, die von Trump ernannten Unterhändler für die Ukraine – Steve Witkoff und Jared Kushner – würden in naher Zukunft nach Moskau reisen."

Aufregung in Europa

Das Magazin betont, dass europäische und ukrainische Amtsträger im Vorfeld des G7-Gipfels den Wunsch geäußert hätten, dass die USA "eine feste gemeinsame Position in den Verhandlungen vertreten, ohne jegliche Vorschläge, dass Kiew Gebiete abtreten müsse". Zumal Deutschland, Frankreich und Großbritannien in der vergangenen Woche erste Schritte in Richtung eines direkten Dialogs mit Russland unternommen haben, indem sie ihre Vertreter zu Gesprächen mit dem stellvertretenden Außenminister Michail Galusin nach Moskau entsandten. Politico stellt fest:

"Wenn sich jedoch Trump der Sache annimmt, könnte er der europäischen Auffassung darüber, wie die Verhandlungen verlaufen sollten, widersprechen oder gar nicht wollen, dass sie am Verhandlungstisch sitzen."

Es sei daran erinnert, dass der US-Präsident am 14. Juni nicht nur Gespräche mit Wladimir Putin, sondern auch mit Wladimir Selenskij geführt hat. Wie die Berliner Zeitung anmerkt, nehme Trump Kiew damit die Hoffnung, dass Washington zu einer umfassenden Unterstützung der Ukraine zurückkehren werde.

Solange der US-Präsident weiterhin Anrufe tätige, Unterhändler nach Moskau entsende und öffentlich über Verhandlungen spreche, sinke die Wahrscheinlichkeit einer Rückkehr zu jener Politik der maximalen Unterstützung für Kiew, von der Trump nach seinem zweiten Amtsantritt Abstand genommen habe, schreibt die Zeitung.

Es sei darauf hingewiesen, dass Juri Uschakow am 14. Juni bei einer Pressekonferenz über die Absicht des US-Präsidenten berichtete, Einfluss auf die EU und die Ukraine auszuüben, die dieser in einem Gespräch mit Putin geäußert hatte. Uschakow sagte:

"Trump hat erneut die Notwendigkeit einer Beendigung der Kampfhandlungen betont. Er erklärte, er sei bereit, sowohl auf die europäischen Partner als auch auf Kiew Einfluss zu nehmen, unter anderem im Rahmen der bevorstehenden Kontakte auf dem G7-Gipfel."

Er betonte zudem, dass im Laufe des Gesprächs zwischen Putin und Trump auf die destruktive Wirkung der ukrainischen Angriffe auf russische zivile Einrichtungen hingewiesen wurde. Uschakow fügte hinzu:

"Die jüngsten Angriffe auf zivile Einrichtungen auf russischem Territorium behindern natürlich die Beilegung des Konflikts, und darauf wurde hingewiesen."

Unterdessen analysierten ukrainische Medien das Gespräch zwischen Selenskij und Trump und kamen zu dem Schluss, dass der Chef des Kiewer Regimes beabsichtige, den US-Präsidenten davon zu überzeugen, dass die Lage an der Front für Russland angeblich so schlecht sei, dass es keinen Sinn mehr mache, an den "Vereinbarungen von Anchorage" mit Putin festzuhalten und Kiew zum Abzug seiner Truppen aus dem Donbass zu bewegen. Wie das Portal Strana.ua feststellt, möchte Selenskij Trump davon überzeugen, dass die europäischen Bedingungen zur Beendigung des Konflikts unterstützt, der Druck auf Russland verstärkt und die Hilfe für die Ukraine in allen Bereichen ausgeweitet werden müssen.

Allerdings räumt die Publikation ein, dass der "Geist von Anchorage" seine Bedeutung noch nicht endgültig verloren habe, weshalb die Möglichkeit bestehe, dass Trump zu einem bestimmten Zeitpunkt beginnen werde, Druck auf Kiew und Europa auszuüben, um die zuvor ausgearbeiteten Vereinbarungen einzuhalten. Das Portal stellt fest:

"Doch selbst wenn kein Druck von Trump ausgeübt wird, hält allein die Fortsetzung des Dialogs zwischen Putin und dem US-Präsidenten 'im Geiste von Anchorage' diesen davon ab, harte Maßnahmen gegen Moskau zu ergreifen und zu einer Wiederaufnahme der finanziellen und militärischen Hilfe für Kiew zurückzukehren."

"Eigene Bedeutung unterstreichen"

Wie Pawel Feldman, Professor an der Akademie für Arbeit und soziale Beziehungen und Doktor der Politikwissenschaften, im Gespräch mit RT betont, sei von einem echten Dialog noch keine Rede, da Kiew keine Bereitschaft zur Beilegung des Konflikts zeige. Er meint:

"Ohne guten Willen vonseiten der Ukraine, ohne ihr echtes Streben nach Frieden ist kein Verhandlungsprozess möglich, und derzeit gibt es dieses Streben nicht. Wovor hat Europa tatsächlich Angst? Davor, dass im Falle einer weiteren Eskalation, wenn Risiken für London und Brüssel entstehen, die Unterstützung der USA ausbleibt."

Er weist darauf hin, dass gerade die Tatsache eines direkten Dialogs zwischen Moskau und Washington in den europäischen Hauptstädten besondere Besorgnis auslöse. Feldman betont:

"Sie sind sehr beunruhigt, wenn Trump direkt mit Putin spricht, weil dies den Eindruck einer Normalisierung der Beziehungen zwischen der Russischen Föderation und den USA erweckt. In Europa hat man große Angst, dass man die Verantwortung für die Unterstützung des ukrainischen Regimes allein tragen muss."

Der Politologe Nikolai Topornin, Dozent am Lehrstuhl für Europarecht des Moskauer Staatlichen Instituts für Internationale Beziehungen (MGIMO), ist hingegen der Ansicht, dass die Befürchtungen der Europäer hinsichtlich der Aktivitäten von Donald Trump übertrieben seien. Er erklärt:

"Es gibt immer wieder Berichte über mögliche Reisen US-amerikanischer Unterhändler nach Moskau, doch solche Kontakte bestehen schon seit Langem und haben bislang weder zu neuen Kompromissformeln noch zu irgendwelchen praktischen Veränderungen geführt. Die Europäer sind vielmehr der Ansicht, dass die Beteiligung der USA keine Ergebnisse bringt, und wollen diese aus eigenen Kräften und zu ihren eigenen Bedingungen erreichen."

Seiner Ansicht nach ist die EU unzufrieden damit, dass sie faktisch von den Diskussionen über eine künftige Lösung ausgeschlossen wurde, und klammert sich an jede Gelegenheit, sich daran zu beteiligen. Der Experte merkt an:

"Allerdings hat Europa zum jetzigen Zeitpunkt keine eigene Kompromissposition. Es unterstützt Kiew voll und ganz und bedient sich seiner Narrative. Da stellt sich die Frage: Was Neues kann Europa in den Verhandlungsprozess einbringen, wenn es sich ausschließlich an den ukrainischen Ansatz hält?"

Feldman seinerseits ist der Ansicht, dass die Teilnahme Europas am Dialog über die Ukraine gleichbedeutend mit der Anerkennung seiner Eigenständigkeit sei. Der Politologe merkt an:

"Ihre Anwesenheit am Verhandlungstisch würde unterstreichen, dass Europa nach wie vor ein politischer Akteur ist und seine Position berücksichtigt wird. Doch die Europäer streben nicht wegen einer Lösung dorthin, sondern um ihre eigene Bedeutung zu unterstreichen."

Dabei schätzen Experten die Aussichten auf eine Stärkung der Rolle der Vereinigten Staaten bei der Beilegung des Konflikts recht zurückhaltend ein. Nach Ansicht von Feldman verfüge Donald Trump derzeit über keine wirksamen Druckmittel gegenüber Kiew. Der Experte sagt:

"Er verfügt über keine Mittel, um die Ukraine zum Frieden zu zwingen. Selbst wenn er jetzt Kiew vollständig von US-amerikanischen Geheimdienstinformationen oder Militärgütern abschneiden wollte, würde ihm das aufgrund fehlender entsprechender Befugnisse schlichtweg nicht gelingen, und der US-Kongress bleibt gespalten."

Nikolai Topornin merkt ebenfalls an, dass die lautstarken Erklärungen aus Washington bislang zu keinen praktischen Ergebnissen geführt hätten. Er stellt fest:

"Hätte Trump tatsächlich wirksame Druckmittel gegenüber Kiew oder den europäischen Hauptstädten, hätte er diese wahrscheinlich bereits eingesetzt. Bislang sind jedoch keine ernsthaften Ergebnisse zu erkennen."

Der Amerikanist und Politologe Malek Dudakow ist der Ansicht, dass die US-Regierung derzeit versuche, die Ukraine-Frage wieder in den Vordergrund zu rücken, um nach dem Scheitern der Iran-Verhandlungen zumindest hier einen Erfolg zu erzielen. Er erklärt in einem Interview mit RT:

"Die Europäer werden jedoch versuchen, Trump auf ihre Seite zu ziehen, und folgendes Szenario vorschlagen: Wenn die Einzelverhandlungen mit Russland gescheitert sind, lasst uns alle gemeinsam – die USA, Europa und die Ukraine – Druck auf Russland ausüben. Das Problem ist jedoch, dass Trump eine solche Haltung nicht liegt und er eine Vielzahl anderer Meinungsverschiedenheiten mit den Europäern hat."

Dem Experten zufolge bleibe die Beibehaltung des Status quo das wahrscheinlichste Szenario, angesichts der bevorstehenden Kongresswahlen in den USA. Er meint:

"Bis zu den Wahlen sind es noch vier Monate. Die Europäer werden versuchen, unter Umgehung des Weißen Hauses mit den Demokraten zusammenzuarbeiten. Deshalb bezweifle ich, dass es Trump gelingen wird, Brüssel zu einer realistischeren Haltung zu bewegen. Höchstwahrscheinlich werden die US-Amerikaner von der Möglichkeit eines Dialogs mit Russland sprechen, während die europäische Kriegspartei weiterhin auf ihrem Standpunkt beharren wird."

Übersetzt aus dem Russischen.

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