
Bundeswehr bekommt neue Waffengattung: Drohnen

Ganze 600 Mann soll der neue Verband umfassen. "Wir werden im Laufe des Jahres '27 das erste Drohnenregiment der Bundeswehr aufbauen. Ein selbstständiger Verband für unmanned systems", erklärte Verteidigungsminister Pistorius heute.
"Das Regiment wird dabei Reichweiten abdecken von der Nächstdistanz bis zu 500 Kilometern, und entscheidend ist, das Regiment soll über eine eigene Kompanie zum elektromagnetischen Kampf verfügen."

Kamikazedrohnen sollen zur Grundausstattung des neuen Regiments gehören, aber auch Langstreckendrohnen mit einer Reichweite von bis zu 500 Kilometern. Dabei soll die Einheit der 10. Panzerdivision zugeordnet werden, die zum Teil in Litauen stationiert ist. Es ist also anzunehmen, dass auch Teile dieses Regiments nach Litauen entsandt werden; schließlich zeigt die Erfahrung aus dem Ukraine-Krieg, dass Panzer ohne Deckung durch eigene Drohnen weitgehend nutzlos werden.
Schon im Juni hatte Christian Freuding, Generalinspekteur des Heeres, erklärt, er wolle schnell mehr Drohnen und unbemannte Waffensysteme einsetzen.
Pistorius kündigte nun die Umsetzung an. "Wer sich zu Land durchsetzen will, der muss eben den Kampf mit unbemannten Systemen beherrschen", sagte er bei seinem Besuch der Experimentalserie des Heeres auf dem Truppenübungsplatz Belsen, wo aktuell neue Waffensysteme erprobt werden.
Damit hat sich Pistorius, der Minister, der die Vokabel "kriegstüchtig" wieder salonfähig machte, für diese Ankündigung einen extrem heiklen Ort ausgesucht, gerade vor dem Hintergrund, dass diese Drohneneinheit eventuell sogar in Litauen platziert werden könnte: Neben dem Truppenübungsplatz, den schon die Wehrmacht in Gebrauch hatte, lag das Kriegsgefangenenlager Stalag XI-C, in dem ab Juli 1941 vor allem sowjetische Kriegsgefangene untergebracht wurden, etwa 21.000 Mann. 18.000 von ihnen starben an Hunger und Krankheiten. Stalag XI gilt als eines der schlimmsten Kriegsgefangenenlager der Nazis. Im Jahr 1943, nachdem die meisten Gefangenen der unmenschlichen Behandlung zum Opfer gefallen waren, löste die Wehrmacht das Lager auf; die SS übernahm das Gelände und errichtete dort das KZ Bergen-Belsen.
Noch zwei weitere Kriegsgefangenenlager grenzten an das Truppenübungsgelände: Stalag XI-D in Oerbke und Stalag X-D in Wietzendorf. In Oerbke starben etwa 14.000, in Wietzendorf mindestens 16.000 sowjetische Gefangene.
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