
Großbritannien: Premierminister Keir Starmer gibt Rücktritt bekannt
Nach rund zwei Jahren Amtszeit verkündete der britische Premierminister Keir Starmer seinen Rücktritt.
Der Labour-Politiker stand seit Wochen innerhalb der eigenen Partei in der Kritik und unter immensem politischen Druck. Vor der Bekanntgabe vor Journalisten erklärte Starmer, er habe eine Labour-Partei übernommen, die "politisch, finanziell und moralisch bankrott" gewesen sei.

Er trete zunächst als Parteichef von Labour zurück, um dann nach der Sommerpause im September dem kommenden, neuen Parteichef "einen geordneten Übergang zu ermöglichen", so Starmer mitteilend. Wörtlich erklärte er vor seinem Amtssitz in der Londoner Downing Street:
"Die Frage, die sich meine Partei derzeit stellt, ist, ob ich der Richtige bin, um sie in die nächsten Parlamentswahlen zu führen. Ich habe die Antwort meiner Fraktion zur Kenntnis genommen und akzeptiere sie mit Würde … deshalb werde ich als Vorsitzender der Labour-Partei zurücktreten."
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— Keir Starmer (@Keir_Starmer) June 22, 2026
Starmer führte weiter aus, er habe am heutigen Morgen "mit Seiner Majestät dem König gesprochen, um ihn über meine Entscheidung zu informieren". Während seiner Mitteilung stockte dem Politiker die Stimme.
Laut britischen Medien hatte sich zuletzt Starmers Parteikollege Andy Burnham in den Vordergrund gedrängt. Der parteiinterne Herausforderer gewann dabei in der Nachwahl überraschend den Parlamentssitz im Kreis Makerfield. Dies wurde als Signal gegen Starmer im Kampf um das Premierministeramt gewertet.
Im Mai hatte seine Partei spürbare Verluste bei den Kommunal- und Regionalwahlen in England, Schottland und Wales zu verzeichnen. Zudem sah sich Starmer mit mehreren Rücktritten von Ministern konfrontiert, darunter zuletzt Verteidigungsminister John Healey.
Starmer ist damit der sechste Premierminister des Königreichs, der seit dem Brexit-Referendum politisch scheitert. Seine Vorgänger waren David Cameron, Theresa May, Boris Johnson, Liz Truss und Rishi Sunak.
Morgen jährt sich zudem das Referendum zum EU-Nein Großbritanniens zum 10. Mal.
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