Französische Nonne in Jerusalem niedergetreten

Es sind Szenen, die schockieren. Die israelische Polizei hat auf der Plattform X ein Video veröffentlicht, in dem zu sehen ist, wie ein Mann eine Nonne in der Gegend des Grabes von König David in Jerusalem niederstößt und auf die am Boden Liegende eintritt. Der Vorfall soll sich am vergangenen Dienstag, dem 28. April, ereignet haben. Einen Tag später, am Mittwoch, erfolgte die Festnahme des mutmaßlichen Täters, eines 36-Jährigen, wegen "Verdachts auf eine rassistisch motivierte Körperverletzung". Der Festgenommene befindet sich derzeit in Haft.
תקיפת הנזירה אתמול באזור קבר דוד בירושלים - שוטרי מרחב דוד איתרו את החשוד (36) ועצרו אותו בחשד לתקיפה ממניע גזעני >>> pic.twitter.com/agRpznR84X
— משטרת ישראל (@IL_police) April 30, 2026
Das von einer Überwachungskamera aufgenommene Video zeigt eine Frau in Nonnengewand, die auf dem Steinpflaster in der Nähe der Altstadtmauern spazieren geht. Von hinten rennt ein Mann auf sie zu, der durch seine Kippa und die rituellen Quasten an seiner Kleidung als religiöser Jude erkennbar ist. Ohne in irgendeiner Form provoziert worden zu sein, stößt er die Nonne zu Boden und entfernt sich zunächst.
Als sich die Nonne aufzurappeln versucht, kehrt der Angreifer um und attackiert sein Opfer erneut mit einem Fußtritt. Das Eingreifen eines militärisch gekleideten Passanten verhinderte Schlimmeres. Wie der deutsche Abt der Dormitio-Abtei, Nikodemus Schnabel, mitteilte, leisteten Mitarbeiter des Klosters der Verletzten Erste Hilfe.
Bei dem Opfer der Attacke handelt es sich um eine französische Nonne, die an der Französischen Bibel- und Archäologieschule (EBAF) in Jerusalem tätig ist. Dies gaben der Leiter der EBAF, der Dominikanerpriester Olivier Poquillon, sowie das französische Generalkonsulat bekannt. Dem Augenschein nach erlitt die Ordensfrau Prellungen im Gesicht. Dem israelischen Sender N12 zufolge war das Motiv des Angriffs, dass die Nonne aufgrund ihrer Ordenstracht als Christin zu erkennen war.
Im Namen des Lateinischen Patriarchats äußerte sich dessen Berater für Öffentlichkeitsarbeit zu der Gewalttat. Farid Jubran missbilligte den Angriff als "ein abscheuliches und barbarisches Hassverbrechen gegen eine wehrlose Nonne". Es sei die Pflicht der Behörden, den Täter vor Gericht zu bringen und wirksame Abschreckungsmaßnahmen zu ergreifen, damit sich solche Taten nicht wiederholten.
In einer Stellungnahme verurteilte das israelische Außenministerium die christenfeindliche Gewalttat: Gewalt gegen unschuldige Personen, und insbesondere gegen Mitglieder religiöser Gemeinschaften, habe in der israelischen Gesellschaft keinen Platz. Dieser schändliche Akt stehe "in direktem Widerspruch zu den Werten des Respekts, des Zusammenlebens und der Religionsfreiheit, auf denen Israel gegründet" sei. Israel bleibe fest entschlossen, die Religions- und Kultfreiheit für alle Glaubensrichtungen zu schützen. Man werde sicherstellen, dass Jerusalem eine Stadt bleibe, in der jede Gemeinschaft sicher und würdevoll leben, beten und ihren Glauben ausüben könne.
Christenfeindliche Vorfälle hatten sich in der jüngsten Vergangenheit gehäuft. Immer wieder kommt es zu Beschimpfungen, Spuck-Attacken oder Schlimmerem. Die Täter sind häufig im ultranationalistischen oder orthodox-jüdischen Milieu zu verorten. Auch die Gewalt radikaler Siedler gegen Christen im Westjordanland nimmt überhand.
Staatliche Stellen sind ebenfalls an der Eskalation beteiligt: Im vergangenen März hinderte die israelische Polizei Kardinal Pizzaballa, den Lateinischen Patriarchen von Jerusalem, am Betreten der Grabeskirche. Ebenso sorgte die Zerstörung einer Christusstatue im Libanon durch einen israelischen Soldaten einige Wochen später international für Empörung.
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