Indien: Tote bei Massenpanik während Durga Puja

Indien begeht derzeit Durga Puja, ein zehntägiges Fest zu Ehren der Göttin Durga, das den Sieg des Guten über das Böse und die göttliche Weiblichkeit feiert. Das Fest findet jährlich im Herbst statt und ist besonders unter den Hindus in Westbengalen populär. Allein in der ostindischen Großstadt Kolkata (früher: Kalkutta) sollen 3500 Festzelte aufgestellt sein.
In einem davon ereignete sich am Samstagabend Ortszeit ein Unglück mit mindestens 19 Toten, als auf einem Festgelände eine Massenpanik ausbrach. Unter den Toten sind 13 Frauen und zwei Jungen im Alter von fünf und dreizehn Jahren. Anderen Quellen zufolge soll auch ein siebenjähriges Mädchen unter den Opfern sein.
Mindestens 25 Menschen sind verletzt, acht davon hatten sich zunächst in einem kritischen Zustand befunden. Mittlerweile soll aber der Zustand aller Verletzten stabil sein. Dies gab der Gesundheitsminister von Westbengalen, Sharadwat Mukherjee, gegenüber der Presse am Sonntag bekannt. Viele der Verletzten hatten unter Atemnot und Erstickungsanfällen zu leiden, manche waren nach dem Unglück bewusstlos.
Medienberichten zufolge kam es zu einem Gedränge, als die Gläubigen aufgrund eines einsetzenden Regenschauers in einen Pavillon drängten. Andere Menschen dagegen wollten das Zelt wieder verlassen. Auf einer provisorischen Treppe stürzten die Festival-Besucher dann übereinander. Auch ein Teil der Eisenkonstruktion des Indien "Pandal" genannten typischen Festzeltes soll eingestürzt sein und Menschen unter sich begraben haben.
🚨 More shocking visuals coming from Chorbagan Sarbojonin Durga Puja pandal when the mass stampede happened ⚠️ People can been seen crying helpless. A wrong announcement led to confusion & panic 😔 This is so painful. I am speechless. Om Shanti 🙏🏻 P.S - Collected Videos https://t.co/6ay29YbH1t
— Dr. Abhinaba Pal (@drabhinabapal7) October 17, 2026
Der indische Nachrichtensender NDTV zitiert am Samstagabend einen Polizeisprecher der Stadt Kolkata:
"Heute kam es gegen 19:40 Uhr am Ausgang des Puja-Festzeltes im Sarada Park (Chor Bagan) im Zuständigkeitsbereich der Polizeistation Girish Park aufgrund des großen Besucherandrangs bei gleichzeitigem Regen zu einer Massenpanik. Alle Verletzten wurden gerettet und ins MCH (Medical College and Hospital) gebracht."
Die genaue Unfallursache wird noch ermittelt. Allerdings stehen die Veranstalter des Festes im Kreuzfeuer der Kritik. Die indische Tageszeitung The Hindu zitiert eine Aussage von Suvendu Adhikari, dem Regierungschef des Bundesstaats Westbengalen. Demnach sei eine "irreführende Durchsage" der Auslöser für den Ausbruch der Massenpanik unter den am Ausgang des Pavillons befindlichen Menschen gewesen.
It's too Scary 💔🫡 first time in my bloodlines , I hear Stampede in durga puja. Be Safe , Maa Durga Protect All. #Kolkata Deeply saddened by the tragic stampede in Chorbagan Sarada park , North Kolkata, West Bengal. Mandap collapses during Durga festival. 22 dead in stampede. 32 injured, transferred to hospital. Reports of chaos at the exit gate due to a massive crowd amid the rain. Be Safe , it's not to time panic.
— Purohit Says (@yashpurohitt) October 17, 2026
Auch Augenzeugen des tragischen Geschehens kritisieren die Veranstalter. NDTV führt einen Zeugen an, der die Lage vor Ort schildert: "Der Eingang war sehr eng, und auch das Ausgangstor war eng. Es gab keine Beleuchtung in der Gegend."
Gwalior, Madhya Pradesh: Twelve people were killed and around 27, including two police personnel, were injured after a truck loaded with paddy sacks lost control while descending a hill and crashed into shops near the historic Sheetla Mata Temple. The accident also damaged several shops and two-wheelers. An investigation is underway to determine who allowed the truck to enter the area, which is closed to heavy vehicles during Navratri. Locals demand compensation for the victims’ families, free treatment for the injured and strict action against those responsible.
— IANS (@ians_india) October 18, 2026
Wie die indische Tageszeitung The New Indian Express zu berichten weiß, kam es mittlerweile zu Festnahmen. Sieben Personen befinden sich in Polizeigewahrsam, darunter der Sekretär des Puja-Komitees, dessen Vizepräsident und ein Unternehmer, der für eine Bambus-Konstruktion verantwortlich zeichnet, sowie zwei Sicherheitsleute. Westbengalen hat zudem ein Sonderermittlungskomitee eingesetzt, um die Tragödie aufzuklären.
Der indische Premierminister Narendra Modi nannte den Vorfall in Kolkata "äußerst beunruhigend" und wünschte den Verletzten eine rasche Genesung. Den Angehörigen der Toten kondolierte Modi und versprach ihnen eine Hilfszahlung von zwei Lakh Rupien, das sind knapp 1.900 Euro. Verletzte sollen etwas weniger als 500 Euro erhalten. Auch die Regionalregierung will die Betroffenen unterstützen.
Derweil kommen auch aus dem zentralindischen Bundesstaat Madhya Pradesh schlimme Nachrichten. Auch dort geschah ein Unglück anlässlich der Durga Puja. In der Millionenstadt Gwalior kamen 14 Menschen ums Leben, als am frühen Sonntagmorgen in der Nähe des Sheetla-Mata-Tempels ein Lkw in eine Ansammlung von Gläubigen raste. Bis zu 40 Menschen wurden ins örtliche Krankenhaus eingeliefert.
🚨 #BREAKING : HORRIFIC ACCIDENT IN GWALIOR, MADHYA PRADESH! At least 13 devotees have reportedly been killed and around 50 injured after a speeding truck ploughed into a crowd near a temple. The truck reportedly rammed roadside shops before crashing into the temple’s entrance gate, causing a wall to collapse and burying devotees under the debris. The tragic incident occurred around 1:30 AM, triggering panic in the area. #BreakingNews #Gwalior #MadhyaPradesh #RoadAccident #India
— Indian Observer (@ag_Journalist) October 18, 2026
Laut The New Indian Express durchfuhr der außer Kontrolle geratene Lkw gegen 1:30 Uhr morgens die Sperrzone rund um das Heiligtum. Die genaue Unfallursache ist noch unklar. Die Tageszeitung zitiert einen ungenannten Ermittler, demzufolge ein Versagen der Bremsen schuld an dem Kontrollverlust gewesen sein könnte.
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