
Forbes: Soja und Raps sind das neue Öl im Handel zwischen China und Russland

In den ersten vier Monaten des Jahres 2026 lieferte Russland rund vier Millionen Tonnen Agrarprodukte im Wert von fast 3,5 Milliarden US-Dollar nach China, erzählte Ilja Iljuschin, Leiter des föderalen Zentrums Agroexport, im Gespräch mit Forbes. Im ersten Quartal 2026 übertraf Russland das historische Maximum der Exporteinnahmen aus Lieferungen von landwirtschaftlichen Produkten nach China um fast 35 Prozent. Forbes schreibt:
"Der größte Umsatzanstieg war in den Bereichen Tiefkühlfisch, Rapsöl, Krebstiere, Leinsamen und Sojabohnen zu verzeichnen. Zudem steigerte Russland im ersten Quartal 2026 die Lieferungen von Leinöl um fast das Siebenfache – von 1,6 Millionen Dollar auf 10,8 Millionen Dollar – und die von getrocknetem und gesalzenem Fisch um das 76-Fache, von 46.000 US-Dollar auf 3,5 Millionen Dollar. Im März des Jahres 2026 wurde mit 0,12 Millionen Tonnen das höchste monatliche Liefervolumen an Sojabohnen nach China seit Dezember des Jahres 2023 verzeichnet. In den ersten vier Monaten exportierte Russland 360.000 Tonnen, 2,1-mal mehr als im Vorjahr; in Geldwert ausgedrückt war der Anstieg etwas höher – um das 2,2-Fache, von 81 Millionen US-Dollar auf 183 Millionen US-Dollar."

Dabei hat russische Soja auf dem chinesischen Markt die amerikanische Soja verdrängt, deren Importe im Jahr 2025 aufgrund der im Rahmen des Handelskriegs von Trump eingeführten Zölle auf null gesunken sind. Dies führte zu einem Rohstoffmangel für chinesische Verarbeitungsbetriebe, was Russland nach Ansicht von Experten für sich genutzt hat.
Zudem nimmt China fast 90 Prozent der gesamten russischen Rapsölexporte ab. "Rapsöl nimmt in der täglichen Küche vieler Provinzen Chinas einen wichtigen Platz ein; es wird zum Braten, Schmoren, für die Zubereitung von Suppen und kalten Vorspeisen verwendet", erklärt Forbes unter Berufung auf Branchenexperten, "es wird wegen seiner Oxidationsbeständigkeit und seines hohen Gehalts an gesunden Fettsäuren geschätzt. Der Anstieg der Lieferungen wurde durch die Verbesserung der Logistik über die Eisenbahnkorridore im Fernen Osten begünstigt."
Genau aus diesem Grund steigt die Rapsernte in Russland sprunghaft an, und die Kultur wird für russische Landwirte aufgrund der starken Nachfrage aus dem Ausland immer interessanter. So geht der Kampf nun nicht mehr um Öl und Gas, sondern um Soja und Raps, ohne die die Lebensmittelindustrie und die Landwirtschaft undenkbar sind und die allmählich zum "neuen Öl" werden.
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