Eine Serie von Vigilanten-Angriffen gegen mutmaßliche Motorraddiebe in der mexikanischen Stadt Lagos de Moreno hat eine landesweite Debatte über die Strafjustiz ausgelöst.
Die nächtlichen Aktivitäten des oder der unbekannten Täter, die in den sozialen Medien als "Batman von Lagos de Moreno" bezeichnet werden, zielten offenbar darauf ab, die Zielpersonen einzuschüchtern und zu demütigen.
Zwischen dem 12. und 19. Juni wurden insgesamt fünf Personen verprügelt und mit großen Mengen Klebeband an Laternenpfählen festgebunden. Auf ihre Stirn wurde das spanische Wort für "Ratte" geschrieben. Bei einer Person wurden die Hosen heruntergezogen, wie aus im Internet kursierenden Bildern hervorgeht. In einem Fall wurden zwei junge Männer an denselben Pfahl gebunden.
Leuchtend rosa Banner, die ihre mutmaßlichen Vergehen erklären, wurden über den Köpfen der Betroffenen angebracht, während die angeblich gestohlenen Motorräder an den Tatorten standen.
Die Staatsanwaltschaft des Bundesstaates Jalisco hat bestätigt, dass sie die Serie der Angriffe untersucht und betont, dass die betroffenen Männer als Opfer gelten.
Unterstützer des "Batman" argumentieren, dass ein comicartiger Held, der außerhalb des Gesetzes Kleinkriminelle ihrer gerechten Strafe zuführt, genau das sei, was Mexiko brauche, da sich die Behörden auf die Bekämpfung der weitaus gefährlicheren Drogenkartelle konzentrieren. Gegner bezeichnen Vigilantismus als "barbarisch" und als Symptom einer dysfunktionalen Gesellschaft.
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