Der chinesische Milliardär Guo Wengui, auch unter dem Namen Miles Guo bekannt, ist in den USA wegen Betrugs im Zusammenhang mit Krypto-Währungen zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Dies berichtet die Nachrichtenagentur AP. Das Gericht ordnete zudem an, dass Guo, der einst als einer der reichsten Menschen Chinas galt, 889 Millionen US-Dollar Entschädigung zahlen muss.
Guo hatte China vor mehr als zehn Jahren verlassen und sich in den USA als Demokrat und scharfer Kritiker der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) positioniert. Vor allem unter chinesischen Exilgemeinden wurde er im Internet populär. Nach Angaben der US-Staatsanwaltschaft nutzte er das Vertrauen seiner Anhänger, um sie in betrügerische Investitionsprogramme, darunter auch Krypto-Projekte, zu locken.
Der Unternehmer wurde im März 2023 festgenommen. Nach Angaben des US-Justizministeriums erlangte er allein über das Krypto-Ökosystem "Himalaya" mehr als 262 Millionen US-Dollar von seinen Opfern. Insgesamt sollen durch das Betrugssystem mehr als 1.000 Menschen Hunderte Millionen US-Dollar verloren haben.
Bereits im Juli 2024 sprach ein Geschworenengericht Guo in neun Anklagepunkten, darunter Betrug und Verschwörung, schuldig. Nach Überzeugung der Geschworenen hatte Guo Hunderttausende seiner Online-Anhänger mit falschen Angaben und irreführenden Versprechen zu Investitionen bewegt.
Richterin Analisa Torres erklärte am Montag laut AP, Guo habe "Jagd auf Menschen gemacht, die sich für Demokratie in China einsetzen wollten", und deren Geld genutzt, um seinen luxuriösen Lebensstil zu finanzieren. Den Gerichtsunterlagen zufolge gab er die Gelder unter anderem für Villen, Yachten, Sportwagen, Designerkleidung und exklusive Einrichtungsgegenstände aus.
Guo bestritt, mit seinen Handlungen jemandem geschadet zu haben. Vor Gericht äußerte er sich nur kurz zu den Vorwürfen und erklärte, er sei "in die Vereinigten Staaten gekommen, um die KPCh zu zerstören." Den größten Teil seiner Erklärung vor Gericht nutzte er, um sich über seinen schlechten Gesundheitszustand zu beklagen. Medienberichten zufolge hätten seine Anhänger ihn angefeuert, als er nach der Urteilsverkündung den Gerichtssaal verließ.
Die chinesischen Behörden werfen Guo unter anderem Vergewaltigung, Entführung, Bestechung und weitere Straftaten vor. Nach Angaben von AP erklärte das chinesische Außenministerium nach dem Urteil, man habe die Entscheidung des Gerichts zur Kenntnis genommen. Guo werde von den chinesischen Behörden gesucht, zudem liege gegen ihn eine "Red Notice" von Interpol vor, mit der seine Festnahme und Auslieferung beantragt wird.
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