Finnland war über den ukrainischen Drohnenangriff auf Sankt Petersburg im Voraus in Kenntnis. Dies geht aus Äußerungen des finnischen Verteidigungsministers Antti Häkkänen hervor. In einem Interview gegenüber der Zeitung Ilta-Sanomat am 3. Juni räumte er ein, dass Finnlands Militär vom bevorstehenden Angriff gewusst und entsprechende Vorbereitungen getroffen habe:
"Wir werden keine Einzelheiten preisgeben, welche Aufklärungssysteme und sonstige Methoden wir nutzen, doch wir konnten diese Lage voraussehen und waren während der Nacht ausreichend vorbereitet."
Häkkänen merkte an, dass ukrainische Drohnen im Fall einer Überquerung der finnischen Grenze abgeschossen worden wären. Die zuvor verhängten Einschränkungen des Luft- und Wasserverkehrs in den Gemeinden Porvoo und Lappeenranta führte er auf diese Alarmbereitschaft zurück.
In der Nacht auf den 3. Juni war in Sankt Petersburg und dem Gebiet Leningrad wegen Drohnenangriffen ein Luftalarm ausgerufen worden. Bis zum Morgen schossen Russlands Luftabwehrkräfte in der Region 59 ukrainische Drohnen ab. In Kronstadt und Sankt Petersburg wurden mehrere Menschen verwundet und einige Gebäude beschädigt, zu Tode kam niemand. Nach dem Angriff betonte der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, dass Russland auf ukrainische Angriffe systematisch reagieren werde.
Zuvor hatte die finnische Zeitung Helsingin Sanomat am 1. Juni berichtet, dass Kiew versehentlich Drohnen mit Sprengsätzen in Richtung Finnland gestartet habe. In diesem Zusammenhang wurde der Luftverkehr unterbrochen, und Bewohner der finnischen Landschaft Uusimaa wurden aufgerufen, in Innenräumen zu bleiben. Schon früher hatten ukrainische Drohnen über Finnland und den benachbarten baltischen Staaten für zahlreiche Zwischenfälle gesorgt.
Am 3. Mai behauptete Finnlands Ministerpräsident Petteri Orpo in einem Gespräch mit dem ukrainischen Staatschef Wladimir Selenskij, dass Verletzungen des finnischen Luftraums durch ukrainische Drohnen inakzeptabel seien.
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