"Spring Storm 2026": Großangelegte Militärübung in Estland begonnen

Die große jährliche Miltärübung "Spring Storm", an der insgesamt 17 Länder, darunter auch die Ukraine, beteiligt sind, hat in Estland begonnen. Sie werden fast einen Monat lang – bis Anfang Juni – dauern. Mehr als 12.000 Soldaten werden an den Manövern teilnehmen.

Die großangelegte jährliche Militärübung der estnischen Streitkräfte, "Spring Storm" ("Frühlingssturm"), hat am Montag begonnen und wird fast einen Monat dauern. Laut der Stellungnahme der estnischen Streitkräfte nehmen mehr als 12.000 Soldaten aus Estland und 16 verbündeten Ländern, darunter der Ukraine, teil.

Dieses Manöver ist die größte jährliche Übung der estnischen Streitkräfte und dient der Kampfausbildung verschiedener Einheiten der estnischen Armee sowie der Interaktion mit dem Militärpersonal von verbündeten Staaten. In der Pressemitteilung der estnischen Militärbehörde hieß es:

"Die Übung 'Spring Storm 2026' findet vom 4. Mai bis 1. Juni hauptsächlich im südlichen und südöstlichen Estland sowie im nordöstlichen Lettland statt. Ziel der Übung ist die Planung und Durchführung von Verteidigungsoperationen in Zusammenarbeit zwischen den estnischen Einheiten und ihren Verbündeten unter den Bedingungen konventioneller Kriegsführung."

Darüber hinaus berücksichtigen die geplanten Übungen die Erfahrung aus dem russisch-ukrainischen Konflikt, "sowohl im Hinblick auf Verteidigungsoperationen als auch auf den Einsatz unbemannter Systeme".

Insgesamt nehmen 17 Staaten an der Übung teil: Estland, Lettland, Litauen, USA, Vereinigtes Königreich, Kanada, Finnland, Schweden, Dänemark, Niederlande, Frankreich, Polen, Ukraine, Tschechische Republik, Deutschland, Rumänien sowie Portugal. Die Behörde merkte an, dass die 4. Brigade aus Großbritannien nach Estland verlegt wird. Dies ermöglicht es, die schnelle Verlegung der Einheit zu üben.

Im Rahmen der Manöver können Unternehmen der Verteidigungsindustrie ihre Produkte in Zusammenarbeit mit Einheiten der Estnischen Streitkräfte testen, so die Behörde weiter. Diese Erprobungen zielen darauf ab, Lösungen zu finden, "die in möglichst realistischen Situationen funktionieren und den Bedürfnissen der Estnischen Streitkräfte entsprechen".

An den "Spring Storm"-Übungen werden Einheiten der Landstreitkräfte, der Luftstreitkräfte und der Marine beteiligt sein. Weiter hieß es, dass während der Übung Platzpatronen, Übungsgranaten und Leuchtraketen zum Einsatz kommen werden. 

Das Manöver unter Beteiligung von Einheiten aus Estland, Frankreich, Lettland und Großbritannien wird auch im Nordosten des benachbarten Lettlands stattfinden. Die Durchführung eines Teils der Übung in Lettland soll die Stärkung der grenzüberschreitenden militärischen Zusammenarbeit und das Üben von Operationen im Grenzgebiet ermöglichen. 

Die erste Übung "Spring Storm" fand im Jahr 2003 statt. Das diesjährige Manöver ist die 20. "Spring Storm"-Übung. 

Russland hat in den letzten Jahren eine beispiellose NATO-Aktivität an seinen Westgrenzen festgestellt. Das Militärbündnis verstärkt seine Initiativen und bezeichnet dies als "Abschreckung russischer Aggression". Moskau hat wiederholt seine Besorgnis über die Verstärkung der NATO-Kräfte in Europa geäußert. Das russische Außenministerium hat wiederholt bekräftigt, dass Russland weiterhin zu einem Dialog mit der NATO bereit sei, jedoch auf Augenhöhe, und dass der Westen von seiner Politik der Militarisierung des Kontinents absehen müsse.

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