Schock für Tel Aviv: Belgien beschlagnahmt britische Militärgüter – Boykott beginnt?

Belgische Behörden haben auf Hinweis einer NGO zwei britische Militärlieferungen mit Komponenten für Flugzeug- und Feuerleitsysteme für Israel am Flughafen Lüttich konfisziert. Da keine Lizenzen für militärisch relevante Ausrüstung erteilt wurden, könnte die Beschlagnahme ein harter Schlag für Israels Operationen im Gaza- und Libanon-Konflikt sein.

Belgische Behörden haben zwei Sendungen mit Komponenten militärischer Ausrüstung beschlagnahmt, die für Israel bestimmt waren, wie die Nachrichtenwebseite Declassified UK berichtet.

Die Sendungen trafen aus dem Vereinigten Königreich am Flughafen Lüttich in Belgien am 24. März ein und sollten zwei Tage später mit einer Frachtmaschine der israelischen Challenge Airlines nach Tel Aviv geflogen werden. Adrien Dolimont, Leiter der belgischen Region Wallonien, erklärte, die Behörden seien von der NGO Vredesactie alarmiert worden und hätten umgehend eingegriffen, um die Fracht zu kontrollieren.

"Bei Israel-bezogenen Themen ist unsere Position klar: Wir erteilen keine Lizenzen für Ausrüstung, die die militärischen Fähigkeiten der beteiligten Parteien stärken würde", sagte Dolimont.

Während Belgien die verantwortlichen Firmen nicht nannte, berichtete Declassified unter Berufung auf Versanddokumente am Dienstag, dass britische Militärexportcodes zu Ausrüstung für Militärflugzeuge und Feuerleitsysteme passten. Das Portal gab unter Berufung auf Zollunterlagen an, dass frühere Sendungen aus dem Vereinigten Königreich nach Israel über Lüttich vom US-Luft- und Raumfahrtkonzern Moog mit Fabriken in Großbritannien verschickt worden seien.

Mehrere europäische Länder haben Waffenverträge mit Israel aufgrund seiner militärischen Operationen im Gazastreifen und im Libanon gekündigt, da Menschenrechtsgruppen und die UN Israel vorwerfen, Zivilisten unterschiedslos zu töten.

Im Jahr 2025 hat sich Belgien Südafrikas Völkermordklage gegen Israel vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) angeschlossen. Israel hat die Vorwürfe als unbegründet zurückgewiesen und als Versuch bezeichnet, "die Bedeutung des Begriffs 'Völkermord' zu pervertieren".

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