Leben mit der Roten Armee – Teil 5: "Nie habe ich mich unsicher gefühlt"

RT DE hat seine Leser, die in der DDR oder in den ersten Jahren nach der Wiedervereinigung Erfahrungen mit der damals dort stationierten Sowjetischen Armee gemacht haben, gebeten, sie zu teilen. In der heutigen Folge veröffentlichen wir zwei Leserbriefe – zwei Erinnerungen aus der Sicht von Frauen.

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"Ich weiß nicht, wo dieser Herr lebte" (Leserbrief von Marion Wohlrabe, 22.08.2026)

Dem Leserbrief "Offizielle Rhetorik vs. Realität" (Leserbrief von Rene Adler, 17.08.2026) kann ich überhaupt nicht zustimmen. Ich hatte meine Kindheit in einer Garnisonsstadt verbracht, wir hatten damals sehr oft Kontakt mit unseren sowjetischen Freunden.

Die Soldaten hatten auch Ausgang, an die Kaserne grenzte der Stadtwald – nie habe ich mich unsicher gefühlt. Ich bin auch als Kind nachts im Wald entlang der Kaserne gegangen, es fiel niemals etwas vor, im Gegensatz zu heute, wo man sich im Dunkeln nicht mehr heraustraut als Frau.

Neben der russischen Sprache gab es in den erweiterten Oberschulen auch Englisch, Französisch usw. Ich weiß nicht, wo dieser Herr lebte. Heute ist Englisch auch Pflichtfach. Russisch hat mir Spaß gemacht, konnte man sich doch so besser verständigen. Vor allem haben wir sehr viele schöne kulturelle Veranstaltungen besucht, die von unseren Freunden organisiert wurden. Das waren immer echte Höhepunkte, und der Austausch kam jedem zum Vorteil. Schade, dass diese Zeit vorbei ist.

Wir wollen weiterhin Freundschaft und Frieden mit Russland, Hetze, Hass und Kriegsgeschrei sind unerträglich. Man kann die Medien nicht mehr hören. Deshalb höre ich oft über Internetradio russische Musiksender – immer wieder schön. Liebe Grüße an das russische Volk!

Meine Mutter erzählte mir von der Begegnung mit der russischen Armee (Leserbrief von Matthias Klama, 23.08.2026)

Einen großen Teil meines Lebens lebte ich im westlichen Teil der Region Deutschlands (Britische Zone). Meine Mutter und meine Verwandten erzählten mir von der Begegnung mit der russischen Armee im Jahr 1945 in Patschkau/Kreis Neiße/Oberschlesien.

Keinem Menschen in der kleinen Stadt wurde ein Leid angetan. Ein Offizier lebte im Haus meines Großvaters und spielte am Abend auf dem Klavier. Keine Frau musste Angst haben. Eine Tante von mir ist mit einem russischen Soldaten auf seinem Motorrad gefahren. Die Vertreibung wurde von polnischen Menschen eingeleitet.

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