Hallervorden will AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt verhindern

Die Kabarettikone Dieter Hallervorden will einen AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt "unbedingt verhindern", so der 90-Jährige. Hallervorden unterstützt daher die derzeit zweitplatzierte CDU im Wahlkampf und tritt gemeinsam mit Spitzenkandidat Sven Schulze in Magdeburg auf. Mediale Kritik erfolgte wegen Hallervordens "Israel-Kritik".

Der 90-jährige Berliner Theaterbesitzer und Schauspieler Dieter Hallervorden erklärte wenige Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gegenüber der Deutschen Presse-Agentur seine große Sorge vor einem prognostizierten AfD-Erfolg. Hallervorden entschied sich daher, CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze im Wahlkampf zu unterstützen. Sollte die AfD die Landesregierung in Magdeburg übernehmen, rechnet Hallervorden demnach "mit einschneidenden Folgen für die Kulturlandschaft".

Dieter Hallervorden, geboren 1935 in Dessau in Sachsen-Anhalt, mischt sich in den laufenden Landtagswahlkampf ein. Einen Tag vor der Wahl am 6. September feiert er seinen 91. Geburtstag. Im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur gab er in dieser Woche zu Protokoll, dass, "wenn SPD, Grüne und FDP an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern", die AfD bereits mit erwartbaren 40 Prozent "die absolute Mehrheit erreichen" könnte. "Das möchte ich unbedingt verhindern", so Hallervorden.

Die CDU Sachsen-Anhalt lud daher zu einer gemeinsamen Veranstaltung mit Hallervorden und ihrem Spitzenkandidaten sowie amtierenden Ministerpräsidenten Sven Schulze nach Magdeburg ein. Der Kabarettist habe an dem Abend "Anti-Merz-, Anti-Pistorius- und Anti-Rüstungslieder" vorgetragen. Weitere Themen des Abends seien ein Gespräch darüber gewesen, "warum [es] eine lebendige Demokratie braucht und welche Rolle Kunst, Meinungsfreiheit und gesellschaftlicher Zusammenhalt spielen".

Die im Springer-Verlag erscheinende Welt kritisierte, dass Hallervorden "die ihm gebotene Bühne auch für Völkermord-Vorwürfe gegen Israel nutzte", und zwar im Rahmen eingeblendeter Videoausschnitte aus Gaza während einer Gesangseinlage. Dazu heißt es beim Focus:

"Vor Bildern von Kanzler Friedrich Merz (CDU), Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), Panzern von Rheinmetall und fallenden Weltkriegsbomben singt Hallervorden gegen Pistorius und Merz: 'Hallo, Herr Kriegsminister, Sie haben meinen Sohn gebeten, im Krieg für Sie zu töten. Marschieren Sie eigentlich selber mit?'." 

Wörtlich lautet die dazugehörige Bildunterschrift im Artikel: "Dieter Hallervorden bringt falsche 'Gaza-Völkermord-These' auf die Bühne".

Ministerpräsident Schulze habe im Anschluss "höflich applaudiert, das Publikum begeistert". Die Moderatorin und Vertreterin der Jungen Union, Clara von Nathusius, stellte laut Focus auf der Bühne sogleich klar: "Das ist nicht die Parteilinie."

Die im Welt-Artikel erkannte "Taktik" von Ministerpräsident Schulze habe demnach darin bestanden, sich mit dem Auftritt an der Seite Hallervordens "weit von der Bundes-CDU abzugrenzen". Die Diskussionen rund um die Personalrochaden in Berlin "habe seinen Wahlkampf beeinträchtigt", so Schulze demnach vor Journalisten.

Laut dem Tagesspiegel habe Hallervorden aktuell zudem gemeinsam unter anderem mit Tatort-Schauspieler Axel Prahl und dem Komiker Oliver Kalkofe eine Kampagne ins Leben gerufen, die "Wählerinnen und Wählern empfiehlt, ihr Kreuz bei CDU, SPD, FDP, Grünen oder Linken zu setzen", um damit AfD-Erfolge zu verhindern.

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