AfD laut "Sonntagsfrage" weiterhin vor Union – SPD unverändert schwach

Die jüngste RND-Umfrage zu möglichen Wahlentscheidungen belegt ein weitgehend unverändertes Stimmungsbild. Die AfD bleibt auf Platz 1, die Arbeit der schwarz-roten Regierungskoalition kann die Wähler nicht überzeugen. FDP und BSW wären weiterhin nicht im Bundestag vertreten.

"Wie würden die Bürgerinnen und Bürger wählen, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre?", lautet die regelmäßige Fragestellung des SPD-nahen RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND). Die heute präsentierten Ergebnisse der aktuellen "Sonntagsfrage" belegen das anhaltend geringe Vertrauen der Befragten in die Arbeit der Bundesregierung. Laut dem zuvor veröffentlichtem "Deutschlandtrend" der ARD sind die Unionsparteien demnach sogar "auf den niedrigsten Wert seit mehr als vier Jahren gefallen". Beide Umfragen sehen dabei die AfD unangefochten auf Platz 1. Die SPD bleibt laut RND-Auswertungen auf dem vierten Platz, hinter den Grünen.

Im September stehen gleich vier Landtagswahlen in Deutschland an: Den Auftakt macht Sachsen-Anhalt am 6. September, gefolgt von Niedersachsen am 13. September. Am 20. September wird parallel in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern gewählt. Als Stimmungsbarometer stellte die RND-Redaktion aktuell die sogenannte Sonntagsfrage. Zu den ermittelten Ergebnissen heißt es:

"Die stärkste Partei im Bund ist derzeit die AfD mit 28,0 Prozent im Durchschnitt der vergangenen zehn Umfragen. Auf Platz zwei kommt die Union mit 22,2 Prozent vor den Grünen (14,5 Prozent), der SPD (12,0 Prozent) und der Linken (11,0 Prozent)."

Die FDP würde nach dem kontrovers wahrgenommenen Bundesparteitag am vergangenen Wochenende demnach mit 3,9 Prozent weiterhin nicht in Berlin vertreten sein, ebenso wenig wie das BSW (3,0 Prozent).

Zuvor waren bereits zu Wochenbeginn separate Umfragen von ARD und ZDF veröffentlicht worden. Zur Wahrnehmung der Bürger hinsichtlich der wirtschaftlichen Lage im Land heißt es bei der ARD-Tagesschau:

"Nur noch 13 Prozent bewerten die wirtschaftliche Lage in Deutschland positiv ‒ sieben Prozentpunkte weniger als im Januar und so wenig wie zuletzt während der Eurokrise Ende der 2000er-Jahre."

Die ZDF-Redaktion wollte in ihrer Umfrage ergänzend erfahren, ob die daraus resultierende "Stimmung" bei den Bürgern "alles in allem zu pessimistisch" sei. Dem stimmten vor allem die Grünen-Wähler zu, gefolgt von den Unterstützern der Bundesregierung.

27 Prozent der ARD-Befragten nennen die Wirtschaft "als drängendstes Problem, um das sich die Politik kümmern muss". Es folgen "Zuwanderung/Flucht mit 21 Prozent, soziale Ungerechtigkeit/Armut/Bürgergeld mit 18 Prozent, Rente/Alterssicherung mit zwölf Prozent, Bildung/Schule/Ausbildung mit elf Prozent sowie Umwelt/Klimaschutz mit zehn Prozent".

Die "Brandmauer", also die Zusicherung der Union, nicht mit der AfD zusammenzuarbeiten, halten fast die Hälfte der ARD-Befragten (47 Prozent) für "nicht richtig" – ein Plus von zwölf Prozentpunkten seit Herbst 2024. Den Ausschluss einer Zusammenarbeit der Union mit der Linkspartei empfinden demnach "56 Prozent der Befragten als 'nicht richtig'".

Zur Lösung der Finanzierungsprobleme im Bereich der Sozialversicherungen setzen laut ZDF-Auswertungen "mit 56 Prozent die meisten Deutschen vor allem auf mehr Steuermittel". 14 Prozent der Befragten würden sich "hauptsächlich für Leistungskürzungen aussprechen und sieben Prozent für Beitragserhöhungen". Mit fast einem Viertel (23 Prozent) entfällt die zweithäufigste Nennung jedoch auf "weiß nicht".

Der größte Profiteur der anhaltenden Verluste der Regierungsparteien bleibt damit weiterhin die AfD, die Mitte 2023 erstmals zur zweitstärksten Partei in den Umfragen aufstieg, anschließend durch mediale Kampagnen zeitweise an Zustimmung verlor und sich seit Jahresbeginn nun konstant auf dem Spitzenplatz befindet.

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