Nach dem Sieg bei den jüngsten Parlamentswahlen in Serbien hat das Oppositionsbündnis "Studentenliste" erklärt, alle Waffenlieferungen in Konfliktzonen stoppen zu wollen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf führende Kandidaten der politischen Bewegung berichtete, ist damit unter anderem der Verkauf an westliche Zwischenhändler gemeint, die Waffen an die Ukraine weitergeben.
Außerdem schlossen die Wahlsieger Sanktionen gegen Russland aus. Jovo Bakić, der Vertreter der "Studentenliste", betonte gegenüber RT Balkan, Serbien respektiere Russland als Großmacht, historisch wichtigen Partner und in vielen Fällen als Schutzmacht. In der Außenpolitik des Balkanlandes werde es keine Änderungen geben.
Serbien selbst habe UN-Sanktionen erlebt und wisse, wie schwerwiegend deren Folgen sein könnten, fügte Bakić hinzu. Serbische Sanktionen würden wohl nichts ändern, hätten aber eine negative Symbolwirkung.
Mit Blick auf den Energiebereich versicherte Bakić, dass die "Studentenliste" sich von den nationalen Interessen des Landes leiten lasse. Dazu würden entsprechende Branchenexperten hinzugezogen.
Zuvor hatte Ex-Präsident Aleksandar Vučić Berichte über Waffenverkäufe an die Ukraine als Lüge bezeichnet. Später erklärte er, die Verträge würden nicht erfüllt, falls der Verdacht bestehe, dass die Ukraine der Endnutzer der Waffen sein könnte. Im Juni 2025 hatte Belgrad den Export von Munition vorübergehend ausgesetzt. Vučić begründete diesen Schritt mit der Einführung zusätzlicher Kontrollmaßnahmen sowie der Notwendigkeit, die eigene Armee zu versorgen.
In Serbien fanden am 25. Oktober vorgezogene Parlamentswahlen statt. Nach Angaben der nationalen Wahlkommission kam die "Studentenliste" auf 52,73 Prozent der Stimmen, während Vučićs Koalition "Vereintes Serbien" 39,15 Prozent erreichte.
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