Nahostkrise: Bei Airbus schrumpft Anzahl der Bestellungen erheblich

Der Nettogewinn und Umsatz des Airbus-Konzerns ging im ersten Quartal des Jahres drastisch zurück – ebenso wie die Zahl der gebauten Flugzeuge. Die Konzernleitung warnt die Mitarbeiter vor einer "beispiellosen Anzahl von Krisen", die für das Jahr 2026 erwartet wird.

Wie die Zeitung Wedomosti unter Berufung auf den Geschäftsbericht des Unternehmens berichtet, sank der Nettogewinn des Luftfahrtkonzerns Airbus im ersten Quartal des Jahres 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 26,1 Prozent auf 586 Millionen Euro. Auch der Umsatz von Airbus ging zurück – um 6,6 Prozent auf 12,65 Milliarden Euro.

Die Zahl der vom Unternehmen hergestellten Flugzeuge sank ebenfalls: So lieferte der Konzern 114 Flugzeuge aus – gegenüber 136 Flugzeugen im Vorjahr. Die Zahl der kommerziellen Bestellungen für Airbus-Flugzeuge ging im April im Vergleich zum März um fast das Zwölffache zurück, wie die Zeitung Wedomosti berichtet. So erhielt Airbus im vergangenen Monat nur 28 kommerzielle Bestellungen. Dabei hatte Airbus in seinem Bericht angegeben, dass für das Jahr 2026 etwa 870 kommerzielle Auslieferungen von Flugzeugen erwartet werden.

All dies ist Teil einer anhaltenden Krisenlage, in die der Konzern unter anderem aufgrund des Nahostkonflikts geraten ist. Derzeit sehen sich die Fluggesellschaften mit Flugbeschränkungen über dem Nahen Osten konfrontiert – wegen der Ende Februar begonnenen Militäroperation der USA und Israels gegen Iran.

Doch bereits im Januar dieses Jahres forderte Airbus seine Mitarbeiter auf, sich auf neue geopolitische Krisen vorzubereiten. Damals berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg, dass Guillaume Faury, der Vorstandsvorsitzende von Airbus, den Mitarbeitern mitteilte, dass der Beginn des Jahres 2026 von einer "beispiellosen Anzahl von Krisen und beunruhigenden geopolitischen Ereignissen" geprägt sein werde. In Faurys Brief an die Mitarbeiter hieß es unter anderem:

"Das industrielle Umfeld, in dem wir tätig sind, ist voller Herausforderungen, die durch die Konfrontation zwischen den USA und China noch verschärft werden."

Laut der Unternehmensleitung haben die geopolitischen Probleme "dem Unternehmen bereits im vergangenen Jahr erheblichen logistischen und finanziellen Schaden zugefügt", weshalb Airbus bereit sein müsse, sich an die neuen Umstände anzupassen.

Dabei war das Jahr 2025 für den Konzern keineswegs ein Reinfall – es wurde berichtet, dass Airbus mehr Flugzeuge ausgeliefert habe als ursprünglich geplant. Damals wurde vermeldet, dass der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus SE im dritten Quartal des Jahres 2025 seinen Nettogewinn und Umsatz um 14 Prozent gesteigert habe. Konkret belief sich der Nettogewinn des Unternehmens im Zeitraum Juli bis September auf 1,12 Milliarden Euro gegenüber 983 Millionen Euro im Vorjahr.

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