Trump an Nahoststaaten bei UNO: US-Iran-Gespräche gewinnen an Dynamik

US-Präsident Trump sieht Bewegung in den Gesprächen mit Iran. Nach dreistündigen Verhandlungen in New York zwischen iranischen Vertretern und US-Sondergesandtem Steve Witkoff sprach er von "viel Dynamik" für eine Einigung – zugleich drohte er Teheran erneut mit Zerstörung.

Nach einem Treffen mit Staats- und Regierungschefs aus dem Nahen Osten sagte US-Präsident Donald Trump am Dienstag, die Gespräche mit Iran hätten "viel Dynamik" für eine Einigung gewonnen. Wenige Stunden zuvor hatte Trump vor der UN-Generalversammlung angedeutet, dass die USA entweder eine Vereinbarung mit Teheran erzielen oder Iran "vernichten" könnten.

"Ich denke, es gibt viel Dynamik für eine Einigung", sagte Trump. Die USA zielten darauf ab, "Iran finanziell vollständig zu isolieren". Hoffentlich werde Teheran "schnell das Richtige tun, bevor es zu spät ist". Irgendwann werde es zu spät sein, und dann "werden wir keine Möglichkeit mehr haben, ihnen zu erlauben, als Nation zu überleben", drohte Trump abermals wie seit Monaten. Trump verwies zudem auf das iranische Atomprogramm. Die Verhinderung einer iranischen Atomwaffe bleibe ein zentrales Ziel des US-Militäreinsatzes.

"Ein großer Teil dessen, was wir getan haben, vielleicht 99 Prozent, diente dazu sicherzustellen, dass Iran keine Atomwaffe besitzt. Diese Anlagen wurden zerstört", behauptete Trump. "Möglicherweise müssen wir eine weitere zerstören, Pickaxe Mountain. Dort sehen wir derzeit nicht viel Aktivität. Sollte sich das ändern, werden wir sie sofort zerstören." Trump hat wiederholt damit gedroht, Pickaxe Mountain (Spitzhackenberg) anzugreifen, eine stark befestigte Anlage nahe der iranischen Urananreicherungsanlage Natanz. 

Das Treffen am Rande der UN-Generalversammlung in New York fand zu einem Zeitpunkt statt, an dem sich der Iran-Krieg seinem siebten Monat nähert, der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus weiterhin beeinträchtigt ist und die von Iran unterstützten Huthi ihre Angriffe auf saudische Energie- und Ölanlagen verstärken.

Bereits am Dienstag hatten hochrangige US-amerikanische und iranische Vertreter drei Stunden lang Gespräche geführt, die Trump als "sehr produktiv" bezeichnete. Ein weiteres Treffen sei "in naher Zukunft" geplant. Trumps Nahost-Berater Jared Kushner und Steve Witkoff nahmen an den Gesprächen teil. Iranische Staatsmedien bestätigten, dass ein solches Treffen am Dienstag stattgefunden habe.

Den iranischen Medien zufolge stimmte Iran der Bitte Witkoffs um ein Treffen zu, "um Teherans Bedingungen für die Wiedereröffnung der Straße von Hormus zu übermitteln". Dabei habe die iranische Seite dem US-Vertreter ihre "fest stehenden Positionen" dargelegt, hieß es weiter.

Zu den von Iran genannten Bedingungen gehörten demnach die sofortige Aufhebung der US-Seeblockade gegen iranische Häfen und Schiffe, die sofortige Freigabe sämtlicher eingefrorener iranischer Vermögenswerte sowie ein "Ende des Krieges an allen Widerstandsfronten".

Am Dienstagabend postete Witkoff auf X:

"Heute führten wir am Rande der Generalversammlung der Vereinten Nationen ausführliche Gespräche mit der iranischen Delegation über die Vermittler, die den ganzen Tag zwischen den beiden Seiten pendelten. Sie schlossen eine Gesprächsrunde erfolgreich ab, von der wir uns konstruktive und vielversprechende Ergebnisse erhoffen. Die Vermittler werden ihre Arbeit fortsetzen."

Die Golfstaaten haben versucht, ihre diplomatischen Kontakte zu Iran auch während des andauernden Konflikts aufrechtzuerhalten. Am Sonntag sagte Anwar Gargash, der außenpolitische Berater des Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, gegenüber Al-Monitor, die Gespräche zwischen Washington und Teheran sollten von einem parallelen regionalen Dialog begleitet werden.

Mehr zum Thema – Überraschungsangriff – USA erleiden Verluste in fremdem Krieg