Peskow: USA lehnen Vorschlag ab, Irans Uran in Russland zu beherbergen

Kremlsprecher Dmitri Peskow zufolge habe der russische Präsident schon vor einiger Zeit vorgeschlagen, dass Russland Irans angereichertes Uran auf seinem Territorium lagert. Washington habe diese Initiative jedoch abgelehnt. Peskow versicherte, dass Moskau in dieser Frage immer noch offen für Gespräche bleibe. 

Moskaus Vorschlag, Irans angereichertes Uran auf Russlands Territorium zu lagern, bleibe trotz der Ablehnung durch die USA weiterhin auf dem Tisch. Dies erklärte der Kremlsprecher Dmitri Peskow in einem Interview mit India Today am Mittwoch. Er sagte, der Vorschlag sei bereits vor einiger Zeit unterbreitet worden und Teheran habe ihn damals angenommen.

Peskow bezeichnete den Plan als eine "sehr gute Lösung", betonte aber, dass die USA den Vorschlag leider abgelehnt hätten. Der russische Präsident Wladimir Putin sei jedoch bereit, zu dieser Initiative erneut zurückzukehren.

Auf die Frage, ob Moskau eine uneingeschränkte Aufsicht durch die Internationale Atomenergie-Behörde (IAEA) zulassen würde, antwortete Peskow, dass Russland mit der IAEA "vollumfänglich" kooperiere. Er wies darauf hin, dass Iran eines der von der Atomaufsichtsbehörde am stärksten kontrollierten Länder gewesen sei. Die Organisation habe "nie einen Versuch Irans zur Herstellung von Atomwaffen bestätigt."

Peskows Äußerungen erfolgten vor dem Hintergrund von Berichten über indirekte Kontakte bezüglich einer möglichen zweiten Runde der Gespräche zwischen den USA und Iran, nachdem die Verhandlungen in der vergangenen Woche in Islamabad ohne Ergebnisse geendet hatten. Teheran hat Washington einen "Vertrauensbruch" und Versuche, Bedingungen zu diktieren, vorgeworfen.

Medienberichten zufolge habe Washington ein 20-jähriges Moratorium für die iranische Urananreicherung und die Konfiszierung der bestehenden iranischen Uranbestände vorgeschlagen. Die iranische Seite wiederum habe ein fünfjähriges Moratorium vorgeschlagen und die Forderungen der USA zurückgewiesen, etwa 440 Kilogramm von in Iran gelagertem angereichertem Uran zu beschlagnahmen. 

Das Thema des iranischen Atomprogramms ist seit langem ein Stolperstein in den Gesprächen mit Washington. US-Präsident Donald Trump hat gefordert, dass Teheran seine nukleare Infrastruktur vollständig demontiert und seine Bestände an angereichertem Uran herausgibt. Iran hat diese Forderung abgelehnt.

Die iranischen Behörden betonen, dass Teheran nicht die Absicht habe, eine Atombombe zu bauen. Die Urananreicherung rein für zivile Zwecke sei hingegen Irans souveränes Recht.

Zuvor hatte Teheran angedeutet, dass es einen Teil seiner Bestände an angereichertem Uran in ein Drittland wie Russland verlagern könnte. Berichten zufolge habe Iran dieses Thema bereits bei den Verhandlungen noch vor dem Start der Militäroffensive der USA und Israels am 28. Februar zur Sprache gebracht.

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