Meutereiversuch in Niger unterdrückt

Eine Gruppe von Militärangehörigen hat in Nigers Hauptstadt Niamey erfolglos versucht, den größten Militärstützpunkt und den Flughafen zu besetzen. Der Regierung gelang es, die Ordnung wiederherzustellen. Russlands Botschafter in Niger vermutet auswärtige Kräfte hinter dem Putschversuch.

In Nigers Hauptstadt Niamey hat eine Gruppe von Militärangehörigen am 29. August den Versuch einer Meuterei unternommen. Der Pressedienst des Verteidigungsministeriums des Landes berichtete dazu:

"Eine Gruppe von Militärangehörigen hat die Vorgaben der Disziplin verletzt, einen Versuch unternommen, einige ihrer Kameraden in der Kaserne am Stützpunkt 101 in Niamey gewaltsam festzuhalten und das Feuer gegen eine Reihe strategisch wichtiger Objekte der Hauptstadt eröffnet."

Die Behörde gab weiter bekannt, dass Nigers Streitkräfte die Kontrolle über die besetzten Objekte inzwischen wiederhergestellt haben. Nigers Verteidigungsminister Salifou Modi hat die Bewohner Niameys zur Ruhe aufgerufen und sie aufgefordert, weiter ihrem Alltag nachzugehen.

Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Reuters Explosionen und Schüsse in einigen Stadtteilen von Niamey in der Nacht vom 28. auf den 29. August gemeldet. Demnach haben Bewaffnete den Flughafen der nigrischen Hauptstadt, wo sich der landesgrößte Militärstützpunkt 101 befindet, angegriffen und zudem versucht, den Sicherheitsperimeter um den Präsidentenpalast zu durchbrechen. Auch wurde der Rundfunkbetrieb im Land vorübergehend unterbrochen.

Wiktor Woropajew, Russlands Botschafter in Niger, bestätigte gegenüber RT, dass sich die Lage in der Hauptstadt wieder vollständig unter Kontrolle der Regierung befinde. Er fügte hinzu, dass Angehörige des russischen Afrikanischen Korps zur Wiederherstellung der Ordnung beigetragen haben:

"Jene Meuterer, die diese Ausschreitungen organisiert haben, wurden neutralisiert, unter anderem mit Unterstützung der Militärangehörigen des Afrikanischen Korps des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation."

Die Leiter des Generalstabs und des Heeresstabs der Streitkräfte Nigers sowie der Kommandant des Stützpunkts 101 haben den russischen Militärangehörigen ihren Dank für die Unterstützung bei der Unterdrückung der Meuterei ausgesprochen, so Woropajew weiter.

Laut Angaben des Botschafters sei die Meuterei von jungen Offizieren aus den Regionen Tillabéri und Dosso organisiert worden. Der Diplomat vermutete, dass Aktionen der Rebellen "von außen dirigiert" sein könnten und dass im Falle einer erfolgreichen Besetzung des Flughafens "auswärtige Kräfte" ins Land eindringen könnten.

Nigers amtierende Regierung unter General Abdourahamane Tchiani war im Juli 2023 nach dem Sturz des prowestlichen Präsidenten Mohamed Bazoum an die Macht gekommen. Parallel dazu fanden Umstürze in Burkina Faso und Mali statt, worauf die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) Sanktionen gegen die drei Staaten verhängte. Im Gegenzug schlossen sich Bamako, Niamey und Ouagadougou zur Allianz der Sahelstaaten zusammen und traten aus ECOWAS aus.

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